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Der Stress

Stress ist unser täglicher Begleiter, ganz gleich, ob wir ihn bewusst wahrnehmen oder ob er halb verborgen in einer finsteren Ecke lauert. Stress ist Ausdruck von Belastungen verschiedenster Art, wird aber häufig mit psychisch, geistigen Überlastungen im beruflichen oder familiären Umfeld gleichgesetzt.

Was aber ist Stress eigentlich genau? Vorweg: Stress ist keine Krankheit! Stress ist ein Zustand, über einen bestimmten Zeitraum mit unterschiedlicher Dynamik. Ob dieser Zustand krank macht oder nicht, hängt von verschiedenen Faktoren ab.

Das Wort ‚Stress’ ist englischen Ursprungs und steht für Zug oder Druck auf beliebige Materialien. Nimmt man beispielsweise ein Gummiband und dehnt es ein wenig für einen kurzen Moment, um es dann wieder loszulassen, wird es sich wieder in die Ausgangsform bringen und aussehen, als wäre nichts passiert. Wird die Dehnung verstärkt und längerfristig aufrechterhalten, kann das Material ermüden, was bedeutet, dass es sich nach dem Loslassen nicht mehr auf die ursprüngliche Länge zusammenziehen kann, was bei oberflächlicher Betrachtung zunächst gar nicht auffallen muss. Wenn der Zug auf das Gummiband jedoch stark genug wird, wird es reißen, ganz gleich, ob plötzlich mit großer Kraft gezogen (gerissen) wird, oder ob der Zug ganz allmählich verstärkt wird.

Der Begriff Stress wurde Anfang des 20. Jahrhunderts von dem Zoologen Hans Selye entlehnt und auf die unspezifische Reaktion des Körpers lebender Organismen angewandt, die verschiedenen Anforderungen ausgesetzt waren. In den früheren Jahren wurde der Begriff vorzugsweise in Zusammenhang mit seelisch, geistigen Anforderungen gesehen. Die gegenwärtige Stressforschung fasst den Begriff weiter und berücksichtigt alle Anforderungen, die an einen Organismus gestellt werden, ganz gleich, ob sie von außen oder von innen wirken. Schön, jetzt wissen wir, dass Stress etwas mit Zug, Druck und Anforderung zu tun hat, aber warum soll das für den Menschen von Bedeutung oder gar bedrohlich sein?

Der Mensch (um den geht es hier in erster Linie, wenngleich alle lebenden Organismen davon betroffen sind) mit seinen grundlegenden Fähigkeiten entwickelte sich vor mehreren 10.000 Jahren in einer mitunter feindlichen, aber relativ einfach strukturierten Welt, in der alle Anstrengungen darauf abzielten, am Leben zu bleiben und den Nachwuchs solange zu beschützen und zu pflegen, bis er stark genug war, um sich um sich selbst und seinen Nachwuchs zu kümmern. Um mit restriktiven Ressourcen wie Nahrung, Wasser, Wärme usw. überleben zu können, wurde der menschliche Körper an die Anforderungen geltender Alltagssituationen angepasst. Aber auch in dieser einfachen klar strukturierten Welt gab es Situationen, an die der Mensch nicht angepasst war: Gefahren durch überlegene Tiere, Angriffe durch um die Nahrung konkurrierende Menschen, Hunger, Durst, Kälte und Schmerz. Um mit solchen besonderen Anforderungen fertig zu werden, entwickelte der Mensch verschiedene sich selbst überwachende und regulierende Alarmsysteme, die im Wesentlichen dreierlei leisten: die Aufmerksamkeit der Sinne erhöhen, Energie für eine ungeheuerliche körperliche Kraftanstrengung bereitstellen und die Speicherung der Stresserfahrung, für zukünftige Vermeidungsstrategien oder optimierte Stressreaktionen. Im Falle von Gefahr hatte der Mensch zwei Möglichkeiten: weglaufen oder kämpfen. Beides sind körperliche Aktivitäten, die als Antwort auf die Anforderung ‚Gefahr’ die bereitgestellten Reserven mindesten zum Teil verbrauchen. Dieser Verbrauch in Verbindung mit der Erkenntnis, dass die Gefahr Vorüber ist, führt dazu, dass die Alarmsysteme wieder kontrolliert heruntergefahren werden, und der Mensch sich wieder in seinem ‚angepassten’ Zustand befindet.

Diese Systeme haben sich über mehrere tausend Jahre vor mehreren zehntausend Jahren entwickelt. Also liegt es nahe, dass einige der ältesten Teile unseres Gehirns für diese Steuerung dieser Alarmsysteme zuständig sind. Dazu gehören unter anderem das limbische System, der Mandelkern und einige ältere Areale des Großhirns. Der Mensch nimmt über seine Sinne eine Situation wahr, an die er nicht angepasst ist, und schon schrillen in den genannten Hirnarealen die Alarmglocken und setzen biochemische, elektrische und neurochemische Steuerungsmechanismen in Gang, die bis in die letzte Zelle wirken und dafür sorgen, dass wir eine mögliche Bedrohung möglichst unbeschadet überstehen: - wenn wir also vor dem alten Säbelzahntiger weglaufen, wird dafür Sorge getragen, dass wir nicht gerade in dem Moment auf die Toilette müssen, d.h. Darm und Blase werden für den Moment ruhig gestellt. Was aber, wenn der Säbelzahntiger unser Chef ist? Weglaufen geht nicht, und auf die Toilette müssen wir gerade nicht?

Nun weis jeder, dass Verhaltensweisen, die sich lange eingeschliffen haben, nur schwer zu ändern sind. Und gerade die an der Stressreaktion beteiligten sehr alten Bereiche unseres Gehirns brauchen viele Generationen um sich neuen Gegebenheiten anzupassen und die Alarmsysteme zu modifizieren und modernisieren. Dass kann schon mal mehrere tausend Jahre in Anspruch nehmen, während wir Menschen es in den letzten 60 Jahren geschafft haben, unsere Welt und die daraus resultierenden Anforderungen an uns so schnell und so radikal zu verändern, dass unsere biologischen Strukturen überhaupt noch keine Chance hatten, sich darauf einzustellen. – Und das ist es, was uns krank macht, und nicht die Stressreaktion unseres Körpers, - sondern die Unfähigkeit unseres Organismus, sich schnell genug umzustellen und auf die gestellten Anforderungen adäquat zu reagieren. Dabei treibt uns unser Geist mit seiner Neugier immer weiter, ohne zu merken, dass die Seele nicht nachkommt und er, der Geist, selber nicht in der Lage ist, den selbst gestellten Anforderungen gerecht zu werden.

Die gegenwärtige Informationsgesellschaft in ihrer ganzen Komplexität stresst völlig anders als die archaische Welt der Vergangenheit. Enge durch Über- bevölkerung, Zeitdruck, Hektik, Lärm, Dreck, Aufhebung der sozialen Integrität, Verlust wahrer Individualität, Verschiebung der zirkardianen Rhythmik (unsere innere Uhr, die den Tag-/Nacht-Rhythmus an die natürlichen Gegebenheiten anpasst), Entfremdung von allem Natürlichen, wachsende Komplexität beruflicher Anforderungen bei zunehmender sozialer Kälte, unser Streben nach garantierter Sicherheit bei zunehmender politischer Unsicherheit usw. erzeugen Stress und vor allen Dingen Dauerstress, der nicht so einfach durch Weglaufen oder Draufhauen zu lösen ist. Die hierzu erforderlichen subtilen Stressantworten und individuellen Strategien haben unsere vorhandenen Alarmsysteme noch nicht verinnerlicht. Darum müssen wir ihnen helfen, neue Wege aus der dauernden Alarmbereitschaft zu finden.

Hier werden leider allzu oft Allgemeinplätze angeboten, wie: dem Stress davonlaufen! Also beginnen alle Gestressten zu joggen, aber das ist gar nicht gut für die Gelenke, also steigt man trendbewusst um auf nordik walking usw.

Wenn die Lösung so einfach wäre, gäbe es keine stressbedingten Krankheiten und eine Studie der Weltgesundheitsorganisation (WHO) aus dem Jahre 2004 spräche nicht davon, dass in den Industrieländern der europäischen Region 50 – 60% der verlorenen Arbeitstage aufgrund von Stress und seinen gesundheitlichen Folgen verloren gehen.

Jeder Mensch ist ein wenig anders und reagiert auf Anforderungen unterschiedlich sensibel. Darum muss sich jeder Mensch eine individuelle Strategie erarbeiten, die es ihm ermöglicht herauszufinden, welche von den tausend täglichen Stressfaktoren die schlimmsten und störendsten sind, welche davon man beeinflussen kann und welche nicht und was man für Körper, Geist und Seele tun kann und sollte, um a) gesund zu bleiben und b) bei allem noch Spaß und Freude zu haben. Sonnst funktioniert der ganze Stressabbau nicht.

Und weil manche das nicht so gut für sich selber können, gibt es zum Beispiel Menschen wie mich, die dabei helfen können.

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Psychische Störungen:

Außergewöhnlich intensive, dauerhafte oder sich summierende Belastungen können je nach genetischer Veranlagung und erworbener Disposition zu psychischen Störungen führen. Einige die am häufigsten anzutreffen sind, finden Sie unten in der Grafik.

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Körperliche Störungen:

Außergewöhnlich intensive, dauerhafte oder sich summierende Belastungen können je nach genetischer Veranlagung und erworbener Disposition zu körperlichen Befindlichkeits- störungen führen, die wiederum unbeachtet und unbehandelt häufig zu Krankheiten führen. Einige der am häufigsten betroffenen Organe, Funktions- und Schutzsysteme finden Sie links in der Grafik.

Einige Beispiele für Krankheiten, die durch Stress in den entsprechenden Bereichen entstehen können:

Herz / Kreislauf

          • Bluthochdruck
          • Arteriosklerose
          • Herzinfarkt
          • Schlaganfall

Atemwege / Lunge

          • Reizhusten
          • Heuschnupfen
          • Chronische Bronchitis
          • Asthma

Magen / Darm

          • Ulcus
          • Reizdarm
          • Colitis
          • Morbus Crohn

Stoffwechsel

          • Diabetes
          • Gicht

Immunsystem

          • Infektionen
          • Tumoren
          • Allergien
          • Autoimmunerkrankungen

Nervensystem

          • Alzheimer
          • Parkinson
          • ALS

Sexualkomplex

          • Libidoverlust
          • Impotenz
          • Amenorrhöe
          • Unfruchtbarkeit

Altern

          • Dysfunktion der Zellen
          • Reduktion der Mobilität

Entwicklung

          • Wachstumsstörungen

Gelenke

          • Polyarthritis
          • Sehnenscheiden- entzündung
          • Wirbelsäulenschäden

Muskeln

          • Verspannungen
          • Myalgien

Haut

          • Austrocknung
          • Juckreiz
          • Akne
          • Neurodermitis
          • Psoriasis
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Pressemitteilung der KKH vom 26. Juli 2006

Repräsentative Emnid-Umfrage der KKH zum Thema Stress: weist auf dringenden Handlungsbedarf hin: Fast jeder zweite Deutsche fühlt sich häufig gestresst! Hannover (ots)

Fast jeder zweite Deutsche fühlt sich regelmäßig gestresst. Das ergab eine repräsentative Emnid- Umfrage im Auftrag der Kaufmännischen Krankenkasse - KKH. ”Nachdem wir im Weißbuch Prävention ”Stress? Ursachen, Erklärungsmodelle und präventive Ansätze” unter Federführung der Medizinischen Hochschule Hannover internationale Studien, nationale und KKH-interne Daten sowie ausgewählte Projekte zum Thema Stress analysiert haben, stand in der Emnid-Umfrage das subjektive Stressempfinden der Deutschen im Mittelpunkt”, erläutert Ingo Kailuweit, Vorstandsvorsitzender der KKH.

Die Ergebnisse der Emnid-Umfrage decken sich überwiegend mit den Weißbuch-Auswertungen. So bestätigte die Umfrage, dass sich Menschen in den neuen Bundesländern und in Berlin häufiger gestresst fühlen als in den alten Bundesländern. In Sachsen und Thüringen z. B. machten 54 Prozent die Angabe, sich oft in der Woche gestresst zu fühlen. Bei den Geschlechtern ist das subjektive Stressempfinden in etwa gleich: 42 Prozent der Männer und 46 Prozent der Frauen gaben an, sich gestresst zu fühlen.

Besonders die Aussage von einem Drittel der Befragten, dass der subjektiv empfundene Stress von Jahr zu Jahr zunimmt, weist auf den dringenden Handlungs bedarf hin. ”Die Umfrage-Ergebnisse belegen deutlich den hohen Stellenwert von Stress in unserem Alltag und bestätigen unsere Forderungen nach der Entwicklung neuer Konzepte im Bereich der Stressprävention, um das subjektive Wohlbefinden und damit einhergehende physische und psychische Probleme positiv zu beeinflussen”, betont Ingo Kailuweit...

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